Einsteigen – Abheben – Landen – Auszeit?

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Catania. Sizilien. Auszeit. Verrückt.

Ganz realisiert habe ich es immer noch nicht, dass ich über eintausend Kilometer von Zuhause entfernt bin. Es fühlt sich eher an als könnte ich bei der nächsten Gelegenheit in die S-Bahn einsteigen, um mich mit allen Daheimgebliebenen zum Kaffee zu verabreden. Über 4 Jahre habe ich an diesen Moment geplant und nur zwei Stunden Flugzeit später ist er Realität. Einsteigen – Abheben – Landen – Auszeit?

Gelandet bin ich am Samstag dem 01. April in Catania. In Stuttgart wird das Gepäck aufgeben. Wie gewöhnlich, aber mit dem Fahrrad im Karton, geht es nach dem Check-In an denn Sperrgepäckschalter. Der Flughafenmitarbeiter Anfang sechzig sieht mit seinen grauen Haaren und der Hornbrille aus, als ob er schon seit Ewigkeiten dort arbeitet. Ohne Einwände nimmt er das Rad an und wünscht mir viel Spaß. Trotz des reibungslosen Ablaufs habe ich Zweifel ob alles unbeschadet ankommen wird.

In Catania hole ich dann (wohl in falscher Reihenfolge) zuerst das Gepäck vom Rollband ab. Am Sperrgepäck scheine ich vorbeigelaufen sein, denn auf Nachfrage bekomme ich den Weg gezeigt. „Da komme ich doch gerade her“ denke ich mir noch, da sehe ich schon den herrenlosen Karton mitten im Raum stehen. Die Sperrgepäckausgabe entpuppt sich als einfache Türe. Rausstellen und fertig, scheinen die sich wohl zu denken. Andererseits schnappt sich wohl keiner eine klobige Verpackung mit Maßen eines 60 Zoll TVs. Also rausfahren – auspacken – aufbauen – losfahren!

Von Catania selbst bekomme ich leider nicht viel mit, vielmehr besorge ich noch Dinge meiner Packliste und halte beim nächsten Radgeschäft, um eine kaputte Schraube zu ersetzen. Ich will Hauptsache eins: FAHREN!

Dann ist es soweit die ersten Kilometer unterwegs mit purer Zufriedenheit. Bei milden 10 Grad um 8 Uhr geht es in Richtung Syrakus. Den Vormittag über bleibt es leicht bewölkt, dann fängt es an zu regnen. Erst Nieselregen bis es irgendwann Zeit für die Regenausrüstung wird. Den Start hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt.

Gegen Mittag muss ich mich in einen Supermarkt retten denn fängt es an zu Hageln! Erwischt hat es mich zwar nicht aber es war sauknapp! Anschließend waren dafür die Straßen schön frei und nach insgesamt 70 Kilometer war ich am Ziel, dann dafür mit Sonne für das anschließende Sightseeing.

Der zweite Tag beginnt entspannter. Nach dem Frühstück beginnt um 8 Uhr die Reise nach Pozzallo. Am ersten Tag bin ich mit der Philosophie „Ich fahre einfach den Ortsnamen nach das ist ganz einfach“ auf der Autostrada gelandet. Die längsten 5 Km meines Lebens, wenn (italienische) Autofahrer mit 130 Km/h gerade einmal zwei Meter an mir vorbeirasen. Heute also mehr Zeit für die Planung investiert und es hat sich mehr als bezahlt gemacht. Planen – Fahren – Schauen – Genießen.

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