Der Balkan – Serbien und der Donauradweg

Serbien ist Balkan. Serbien sind ausschweifende Partynächte. Serbien ist Slivowitzka, Donau, Burek. Partyboote, mittelalterliche Festungen. Moderne und Kommunismus. West und Ost. Alt und Neu. Verkehrschaos. Und zwischen all dem Trubel starte ich auf dem Donauradweg die Reise ans schwarze Meer. Stop! Nicht sofort. Denn Belgrad wartet!

Die Stadt Belgrad

Ich bin ein Belgrad Fan. Bereits zum dritten Mal befinde ich mich in der Ex-Hauptstadt Jugoslawiens und jedes mal gibt es was Neues zu entdecken und altbewährtes zu kosten. Es gibt wahrscheinlich reichlich Bücher, Blogeinträge und Zeitungsartikel über diese geile Stadt. Deswegen bekommt ihr von mir, kurz und knapp, drei Hardfacts geliefert, was sich lohnt wenn ihr ausgehen wollt und warum es für mich wieder ein Top Erlebnis war. Here we go:

Zu aller erst habe ich Besuch aus Deutschland bekommen und gleich zwei Mal! Megacoole Aktion, dass Djordje (der sich irgendwie um ein Bild drücken konnte 😉 und als Belgrader DER Insider ist und Dome, ausgerüstet mit den besten Partygadgets die das Internet zu bieten hat, die für ein verlängertes Wochenende vorbei schauen. Sightseeing, Nightlife, Shopping, älteren Herrschaften beim Sport in Parkanlagen zusehen – check! Danke hier nochmal Jungs für die coolen Tage!

Als Locations kann ich definitiv empfehlen:

Mr. Stefan Brown – Nightclub in einem Hochhaus und dort feiern über den Dächern – cooles Team und wie man auf den Bildern oben sehen kann, auch gute UBoote 😉
Kalemegdan – Festung und eines DER Highlights in Belgrad – mit See und es gibt noch ein Militärmuseum integriert
Manufaktura – Cooles Kaffee mit roten Schirmen überdacht. Wahrscheinlich eine Kette aber gutes Frühstück und Top Kaffee für günstig Geld

Die Strecke Serbien:

Kilometer: 326 Km
Radstunden: 19:26 Stunden
Höhenmeter: 2.270 Meter

Die Touren in Serbien

Von Belgrad nach Kovin / 73,4 km – 210 hm

Nach den Partynächten werden die Oberschenkel wieder beansprucht. Entspannt soll es von Belgrad nach Kovin gehen, weswegen ich erst nachmittags gegen zwei Uhr losfahre. Über die stark befahrene Belgrader Brücke geht es abenteuerlich über Feldwege und provisorische Brücken auf den Donauradweg – Eurovelo 6. Es beginnt zu regnen. Entlang der Donau geht es 73 Kilometer in Serbien bis Kovin auf einen Campingplatz. Dort treffe ich einen anderen deutschen Radler, der jedes Jahr für sieben Monate auf Radreise ist und die restlichen Tage im Jahr in der Gastronomie arbeitet – verrückt!  Die Gastfamilie ist super freundlich, versteht kaum Englisch, trotzdem werde ich zum essen eingeladen – wahre Gastfreundschaft made in Serbia! Diese zieht sich übrigens über die komplette Strecke!

Von Kovin nach Golubac / 89 km – 310 hm

Der Tag beginnt mit Schnaps. Slivowitzka. Boom – das macht wach und die Gastfreundschaft des ersten Tages zieht sich fort. Freundlich werde ich auf einen Kaffee eingeladen, bis einer der Gastgeber den Tisch verlässt um kurze Zeit später wieder mit einer Flasche „Fuel“ den Tisch zu betreten. Nur mit Not entkomme ich einem Gelage um 9 Uhr morgens 😀
Die Strecke fährt sich genial, weil sie gut ausgeschildert ist und der Asphalt keine Wünsche übrig lässt (und irgendwie fahren sich die ersten Kilometer wie von selbst). Der Campingplatz am Ende der Route ist jedoch nicht mehr existent und verlassen, was im Dämmerlicht leicht gruselig wirkt. Eigentlich erwarte ich jeden Moment die Mafiabosse mit schwarzen Limousinen eintreffen um einen Deal abzuschließen. Zwei wilde Hunde begrüßen mich schließlich auch noch! Für einen Locationwechsel ist es aufgrund der Dämmerung bereits zu spät. Ich teile meine Früchte mit den entspannten Wauwaus und wir werden best Friends 🙂 Camping auf einem Geistercampingplatz.

Von Golubac nach Drobeta / 81,6 km – 1.300 hm

Der Tag beginnt sonnig und ich mache mich auf den Weg. Zelt zusammenpacken – byebye Hunde! Unbeeindruckt schlafen sie weiter. Ich habe mir etwas mehr Abschied erhofft :-/ Auf dem Weg einen Ausflug zu Lepinski Vir, einem Museum über eine Ausgrabungsstätte einer isolierten Donauzivilisation. Klein aber ganz okay 😉 Die serbische Seite der Donau fährt sich hier sehr entspannt und es gibt kaum Verkehr. Auf rumänischer Seite ist der LKW Verkehr deutlich sichtbar, dafür gibt es in Serbien kaum Einkaufsmöglichkeiten.
Vorbei geht es an die dünnsten Stelle der Donau auf einige Höhenmeter und ab hier regnet es heftig. Das Gewitter beginnt plötzlich und ich komme mit Schrittgeschwindigkeit ins nächste Dorf. Dort angekommen organisiert ein Einheimischer eine Unterkunft. Trocken und warm – ein Traum. Auch wenn die Einrichtungen etwas gruselig wirkt 🙂

 

Von Drobeta nach Negotin / 82,3 kn – 450 hm

Die letzte Tour in Serbien. Relativ flach, mit etwas mehr Verkehr, ging es an die letzte Station Negotin. Auf dem Weg mache ich an einem Steg an der Donau halt und werde von Schweizern vom Haus gegenüber herzlich begrüßt und zum Kaffee eingeladen. Nochmal einen guten letzten Eindruck der Hilfsbereitschaft erhalte ich in Negotin, bei der der Besitzer eines Imbisses, eine Unterkunft die mich sogar bis dorthin begleitet. Die letzte Nacht in Serbien. Dort treffe ich auf Jakob einen weiteren Radreisenden mit dem Ziel – Donaudelta – megageil denn genau da will ich auch hin! Wir verstehen uns auf Anhieb top und fahren also am nächsten Tag in Richtung Bulgarien- Bye bye Serbien die Zeit mit dir war raketenmäßig cool!

Kommentare

  1. Afina Khadzhynova

    Hallo Tim! Ich bin bereits sehr gespannt auf deine Blogposts über die Ukraine 🙂 Ich hoffe, dir geht es gut und du bist glücklich auf dem Weg durch Europa!

    1. Autor
      des Beitrages
      Tim

      Hallo Afina, danke für dein Feedback und ja – die Ukraine war top wenn auch etwas kurz. Ich werde berichten 😉
      LG Tim

  2. Pingback: Bulgarien - Vom Donauradweg nach Sofia - Rad Sabbatical

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